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Lektion 2:
Entdecke den Arzt in dir
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10 Migräne-Lektionen

Lektion 2:
Entdecke den Arzt in dir

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Bei Kopfschmerzen und Migräne ist es wichtig, dass du die richtige Behandlungsmethode für dich findest. Folglich benötigst du auch einen Arzt, dem du voll und ganz vertraust. Der beste Arzt in diesem Fall, bist tatsächlich du selbst!

Auf der Suche nach Mr. Right

Die Ärztesuche ist gerade bei Kopfschmerzen und Migräne ein sehr leidiges Thema. Als Betroffener hat man oft eine jahrelange Odyssee hinter sich, bis man an den richtigen Arzt gerät und die richtige Behandlung bekommt.

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, bei der die Reizverarbeitung des Nervensystems gestört ist. Lautet die Diagnose also Migräne (oder besteht auch nur der leiseste Verdacht), solltest du unbedingt zu einem Fachmann gehen. Der Spezialist für Migräne ist der Neurologe.

Was du bei der Suche nach einem geeigneten Arzt beachten solltest, habe ich dir ausführlich in meinem Beitrag Wie finde ich den richtigen Arzt? zusammengefasst.

Was kann der Arzt für dich tun?

Die Aufgabe des Arztes solltest du eher als die eines Begleiters betrachten. Er unterstützt dich Umgang mit deiner Krankheit und zeigt dir verschiedene Möglichkeiten auf, wie du deine Migräne am besten behandeln kannst.

Bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne kommen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen infrage. Dazu gehört auch, dass dir der Arzt ein Notfall-Medikament (z. B. Triptane) verschreibt, damit du bei einer akuten Migräne-Attacke deinen Schmerzen nicht hilflos ausgeliefert bist.

Wenn du aufgrund deiner Schmerzen an mehr als 10 Tagen im Monat Schmerzmittel einnimmst, solltest du außerdem über eine Prophylaxe mit deinem Arzt sprechen. Dabei handelt es um vorbeugende Maßnahmen, die dir dabei helfen können, die Anzahl der Schmerzmedikamente dauerhaft zu reduzieren.

Ergreife die Initiative!

An dieser Stelle möchte ich jedoch noch einmal gezielt auf einen Punkt eingehen, der meiner Meinung nach zu den Wichtigsten überhaupt gehört: Nämlich, dass du von Anfang an die Initiative ergreifst. Das beginnt bereits vor der Suche nach einem Arzt.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass du nicht darauf warten solltest, dass dir ein Arzt die Lösung aller Probleme bietet. Ich möchte dich im Gegenteil dazu ermutigen, dass du selbst einen großen Beitrag dazu leistest, indem du die Verantwortung für deine Krankheit, aber auch für dein Wohlbefinden insgesamt übernimmst.

Deshalb möchte ich dich hier mit dem besten Arzt überhaupt bekannt machen, und das bist du selbst!

Werde dein eigener Migräne-Coach!

Es ist wichtig zu verstehen, dass niemand außer dir am allerbesten weiß, was dir hilft, was dir guttut und wie du mit deiner Migräne umgehst. Das ist natürlich ein Prozess, bei dem du vieles ausprobieren musst, denn nur so kannst du auch herausfinden, was das Richtige für dich ist. Auch ist es unabdingbar, dass du dich über die Krankheit und die Möglichkeiten zur Behandlung informierst.

Ich möchte dich also darin bestärken, dass du von Anfang an selbst die Zügel in die Hand nimmst, denn so sparst du dir mitunter nicht nur viel Zeit und Geld, sondern auch Energie, und vielleicht sogar die ein oder andere Enttäuschung.

Ich wünschte, mir hätte das damals jemand gesagt, bevor ich mich ins Ärzte- und Behandlungsgetümmel gestürzt hätte. Fange also noch heute damit an, die Initiative zu ergreifen und werde dein eigener Migräne-Coach!

Ein multimodaler Ansatz gegen Schmerzen

Eine Migräne kommt selten allein. Deshalb bin ich persönlich auch ein großer Fan des multimodalen Ansatzes bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne. Dabei werden nicht nur die Schmerzen selbst, sondern auch ihre Begleiterscheinungen behandelt. Dazu gehören beispielsweise hartnäckige Muskelverspannungen, Magen- und Verdauungsbeschwerden, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Angst und Depressionen.

Aber Vorsicht! Diese Begleiterscheinungen solltest du keinesfalls mit den Auslösern einer Migräne verwechseln. Es bringt also nichts, wenn du beispielsweise zur Massage gehst, wenn du Nackenverspannungen hast oder dir einen Wirbel einrenken lässt, in der Hoffnung, dass damit auch deine Migräne verschwindet. Das ist nicht der Fall. Kleiner Reminder: Migräne ist eine neurologische Erkrankung!

Vielmehr könnte man diese zusätzlichen Symptome als Begleiterscheinungen deiner Schmerzen betrachten, die sich mit der Zeit dauerhaft in deinen Alltag einschleichen können und dir zusätzlich Kraft und Energie rauben.

Eine multimodale Therapie besteht daher auch aus mehreren Bausteinen, bei der Experten verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten, um dich bestmöglich auf deine individuellen Bedürfnisse abgestimmt zu behandeln. Dazu gehören beispielsweise Schmerztherapeuten, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten.

Gerade bei chronischen Schmerzen ist es unglaublich wichtig, dass du in der Lage bist, deinen eigenen Körper auch jenseits des Schmerzes wahrzunehmen.

Kaktus-Wissen

Als chronisch bezeichnet man Kopfschmerzen dann, wenn sie öfter als 15 Tage im Monat und mindestens 3 Monate hintereinander auftreten.

Hilf deinem Körper, sich selbst zu helfen

Neben der rein medizinischen Behandlung kannst du dir also auch weitere Unterstützung suchen, z. B. bei einem Heilpraktiker, Chiropraktiker, Ayurveda- und TCM-Therapeuten oder Akupunkteur.

Auch hier gilt: Sie alle können deine Migräne nicht direkt behandeln. Sie können dich jedoch dabei unterstützen, zu lernen, wie du trotz deiner Krankheit und deiner Schmerzen wieder ein Gefühl für deinen Körper bekommst.

Je nach Fachgebiet können sie dir natürlich auch bei anderen Beschwerden helfen, damit dein Körper wieder in ein gesundes Gleichgewicht kommt und du dich insgesamt wohler und vitaler fühlst.

Achtsamkeit und Entspannung

Auch du selbst kannst natürlich einen immensen Beitrag dazu leisten, indem du auf dich und deinen Körper Acht gibst (Stichwort Achtsamkeit und Selbstliebe). Dazu gehört aber auch, dass du mehrmals wöchentlich moderates Ausdauertraining (z. B. Spazierengehen, Fahrradfahren, Walken) und Entspannungsübungen (z. B. PMR, Meditation, Yoga, Autogenes Training, Qi Gong) machst. Das alles kann dir dabei helfen, wieder in Balance zu kommen. Beides ist auch ein wichtiger Bestandteil der nicht-medikamentösen Migräneprophylaxe.

Resilienz: Die innere Widerstandsfähigkeit

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel unser Körper auszuhalten vermag. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass es bei all dem nicht allein um die Migräne und die Kopfschmerzen geht. Sie gehören in meinem Leben definitiv zu den Großbaustellen und fordern deshalb auch viel meiner Zeit und Aufmerksamkeit.

Daneben versuche ich jedoch aktiv, meinem Körper bei der Bewältigung all seiner größeren und kleineren Nebenbaustellen zu helfen, damit er letztendlich mehr Kraft für das Bewältigen der Migräne und der ständigen Schmerzen zur Verfügung hat.

Den Körper bei der Selbstheilung bestmöglich zu unterstützen gehört für mich auch ein Stück weit zum Thema Resilienz. Das ist ein Begriff aus der Psychologie, der die innere Widerstandsfähigkeit eines Menschen beschreibt.

Dank der Resilienz hält der Mensch einiges aus: Schicksalsschläge, schwere Krisen und Krankheiten, wobei jeder natürlich unterschiedlich darauf reagiert. Manche Menschen können jedoch anscheinend besser damit umgehen – sie sind zäher und widerstandsfähiger, also resilienter, als andere. Die gute Nachricht: Resilienz kann man erlernen. Darüber werden wir in einem extra Beitrag noch ausführlich sprechen.

In Bezug auf die Widerstandsfähigkeit deines Körpers hast du nun jedoch schon fürs Erste eine ganze Menge Handwerkszeug an die Hand bekommen. Es wird dir dabei helfen, gestärkt in den täglichen Umgang mit deinen Schmerzen zu gehen.

Hier kommt deine 2. Kaktus-Challenge

Du siehst schon, als Migräne-Experte wirst du mit einer ganzen Reihe von Themen konfrontiert sein. Deshalb finde ich es auch so wichtig, dass du dich laufend informierst, damit du für dich und deine Gesundheit die richtigen Entscheidungen treffen kannst. Und das wollen wir in dieser Lektion gemeinsam angehen.

 

STEP 1: Lerne deine Kopfschmerzen besser kennen

Wenn du dich bisher noch nicht wirklich mit deinen Kopfschmerzen auseinandergesetzt hast, ist der erste Schritt, diese genauer zu beobachten und deine Erfahrungen zu dokumentieren. Du wirst also quasi zum Detektiv und notierst alle relevanten Aspekte deiner Schmerzen. Dazu gehören folgende Punkte:

  • Wie häufig treten die Schmerzen auf? Wie lange halten sie an?
  • Welche Medikamente nimmst du regelmäßig (z. B. Pille, Schilddrüsenmedikamente) und welche Medikamente nimmst du akut gegen die Schmerzen (z. B. Ibuprophen, Paracetamol, Triptan)
  • Falls du Schmerzmittel einnimmst, helfen sie gegen die Schmerzen?
  • Tritt der Kopfschmerz einseitig oder beidseitig auf?
  • Treten außer den Kopfschmerzen weitere Beschwerden auf (z. B. Übelkeit, Schwindel, Sprachstörungen)?

Dies alles kannst du in einem sog. Kopfschmerztagebuch oder Kopfschmerzkalender festhalten.

STEP 2: Sei selbst auf dem aktuellen Stand der Dinge

Wissen ist Macht, das gilt auch und vor allem für deine eigene Gesundheit. Eine der wichtigsten Lektionen, die ich in den letzten Jahren gelernt habe, ist es, dass du dich aktiv mit deiner Krankheit auseinandersetzen musst.

Das ist auch wichtig, um den passenden Arzt oder die passende Behandlung zu finden. Wenn du weißt, wonach du suchst, kannst du gezielt nach geeigneten Ärzten und Therapeuten Ausschau halten, die sich ggf. auf entsprechende Behandlungen spezialisiert haben oder die zumindest wissen, was sie tun. Auch das ist schon viel wert!

STEP 3: Verlasse dich nicht allein auf deinen Arzt

Spreche deinen Arzt immer direkt darauf an, wenn du eine bestimmte Methode oder ein Medikament, von dem du gehört hast, ausprobieren möchtest. Warte nicht darauf, dass dir der Arzt eine bunten Strauß an Behandlungsmöglichkeiten anbietet, sodass du dir nur noch das Richtige herauszupicken brauchst. In den meisten Fällen läuft es andersherum: Überlege, welche Therapien du gerne ausprobieren möchtest und lasse dich von deinem Arzt gezielt dazu beraten.

Step 4: Vertrauen ist das Wichtigste

Gerade, wenn es um deine Gesundheit geht, solltest du keine Kompromisse eingehen. Das gilt sowohl für die Behandlung als auch für den Arzt. Wenn du eine bestimmte Therapie nicht machen oder ein Medikament nicht nehmen möchtest, solltest du deine Bedenken auch ganz klar äußern und dich auch nicht zu etwas überreden lassen, das du nicht willst!

Wenn du außerdem das Gefühl hast, dass du bei deinem behandelnden Arzt nicht gut aufgehoben bist, dann zögere nicht, den Arzt zu wechseln! Es ist wirklich wichtig, dass du dich von deinem Arzt verstanden fühlst und auch mit seinen Behandlungsmethoden einverstanden bist. Wenn dir dein Bauchgefühl also sagt, dass die Chemie nicht stimmt oder du dich nicht wohlfühlst, dann ist dieser Arzt vielleicht einfach nicht der richtige für dich!

Step 5: Schule deine Körperwahrnehmung

Gerde beim Thema Schmerzen ist es wichtig, dass du trotz allem das Gefühl für dich und deinen Körper nicht verlierst. Dem kannst du entgegenwirken, indem du mehrmals wöchentlich moderates Ausdauertraining machst und dir genug Zeit für Entspannung nimmst.

Dies hilft dir dabei, dich insgesamt wieder wohler in deinem Körper zu fühlen und damit auch ein Stück weit der Migräne und den Schmerzen vorzubeugen. Wenn du weitere körperliche Beschwerden hast, kannst du dir auch hier Unterstützung von Experten holen. Hilf deinem Körper, sich selbst zu helfen!

Lektion 2 – Geschafft!

Klasse, du hast bereits die 2. Kaktus-Lektion gemeistert! Und hier kommt auch schon dein Kaktus-Kompliment. Du hast es dir verdient!

War dieser Beitrag hilfreich für dich? Welche Erfahrungen hast du mit der Ärztesuche und im Umgang mit Ärzten gemacht? Wie bist du mit der Kaktus-Challenge zurecht gekommen? Ich freue mich über dein Feedback!

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