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Lektion 1:
Setze dich selbst an erste Stelle!
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10 Migräne-Lektionen

Lektion 1:
Setze dich selbst an erste Stelle!

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In deiner 1. Kaktus-Lektion erfährst du, warum es gerade bei Kopfschmerzen und Migräne so wichtig ist, dass du auf deine eigenen Bedürfnisse achtest. Mein erstes Learning für dich lautet daher: Setze dich selbst erste Stelle!

Bist du auch ein Meister im Kümmern?

Menschen mit Migräne sind wahre Meister darin, sich um andere zu kümmern und auf die Bedürfnisse ihres Umfeldes einzugehen – den Partner, die Familie, die Kollegen – aber sie selbst bleiben dabei oft auf der Strecke. Na, erkennst du dich da wieder?

Natürlich möchtest du für die Menschen, die dir wichtig sind, da sein. Genauso wichtig ist es jedoch, dass du dich ebenso liebevoll um dich selbst kümmerst. Mache dir bitte klar, dass Migräne eine Krankheit ist, die dich mitunter in deinen alltäglichen Pflichten einschränkt, sei es im Job oder privat.

Es ist daher auch völlig normal, dass du nicht immer permanent auf allen Ebenen Meisterleistungen abliefern kannst, auch wenn der Perfektionist in dir das gerne so hätte. Es ist auch purer Irrsinn, dich und deine Leistung mit der von „gesunden“ Menschen zu messen. Du vergleichst ja auch nicht Äpfel mit Birnen.

Damit verbunden sind noch viele weitere Themen. Beispielsweise, dass du lernst, über deine eigenen Bedürfnisse zu sprechen, dass du auch mal „nein“ sagst, dass du dir regelmäßig eine Pause gönnst, aber auch, dass du deinen eigenen Rhythmus findest und dein Leben nach deinen eigenen Maßstäben in eine gesunde Balance bringst.

Migräne als Schutzfunktion

Die Migräne ist, wie Schmerzen im Allgemeinen, letztendlich eine Art Schutzfunktion deines Körpers, mit der er dir klar und deutlich zu verstehen gibt, wenn du ihm zu viel auf einmal zumutest.

Das hat natürlich zur Folge, dass die Migräne sich stark auf deinen Alltag auswirkt. Sie zwingt dich immer wieder zu einer Pause, wenn du dir selbst keine gönnst – und das meistens in Situationen, in denen du eigentlich unbedingt funktionieren willst oder musst.

Das ist lästig, nervig und frustrierend, keine Frage! Aber selbst wenn du dich auf den Kopf stellst, wirst du das nicht ändern, indem du die Migräne ignorierst oder sie unterdrückst.

Die große Kunst besteht also darin, deinen Alltag mit der Krankheit zu gestalten, und nicht gegen sie. Einer der wichtigsten Schritte ist es dabei, auf deine eigenen Bedürfnisse zu achten und diese an erste Stelle zu setzen!

Musterhaftes Verhalten

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, deine eigenen Bedürfnisse vor die deiner Mitmenschen zu stellen. Es fühlt sich irgendwie falsch und egoistisch an. Was werden wohl die anderen dazusagen, wenn du nicht immer 100% gibst, auch mal etwas liegen lässt oder bewusst ein Treffen absagst, weil man du zwar noch nicht auf dem Zahnfleisch gehst, aber schlicht und einfach erschöpft bist?

Merkst du schon, wie sich innerlich deine Kaktus-Stacheln aufstellen? Bravo! Das ist ganz normal, schließlich reden wir hier von fest eingefahrenen Verhaltensmustern, die wir an den Tag legen. Das ist auch nicht unbedingt etwas Schlechtes, denn diese Muster sind ein wichtiges Instrument, damit wir im Alltag funktionieren – auch oder besonders dann, wenn es uns nicht gut geht.

Das neue normal: Hör auf deinen Körper!

Leider stellst du deine eigenen Bedürfnisse oft so lange hinten an, dass du es gar nicht mehr merkst, weil es so selbstverständlich, also „normal“ für dich geworden ist. Hier stecken wir bereits mitten in der kognitiven Verhaltenstherapie, ein sehr spannendes Feld der Psychotherapie, über das wir auch noch sprechen werden.

Wir reden hier also insgesamt von einem Lernprozess, der seine Zeit braucht, und zwar genauso so lange, wie es eben braucht. Was ich dir aber jetzt schon sagen kann ist, dass du im Laufe der Zeit auch dein Verständnis dessen, was „normal“ ist, für dich neu definieren musst. Dazu kommen wir aber in den nächsten Lektionen noch – one step at a time!

Time for change!

Für den ersten Schritt ist es hilfreich, wenn du dir einmal folgendes klar machst: Was ist das Schlimmste, das passieren kann, wenn du dir mehr Zeit für deine eigenen Bedürfnisse nimmst? Wirst du dann deinen Job verlieren? Wirst du dann nicht mehr von deinen Mitmenschen geliebt? Bist du dann kein vollwertiges Mitglied dieser Gesellschaft mehr?

Ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus möchte und dass wir all diese Fragen mit einem klaren „nein“ beantworten können. Widmen wir uns nun also unserer 1. Lektion. Wie heißt es so doch schön: „Learning by doing …“. Bist du bereit für deine erste Kaktus-Challenge?

Hier kommt deine 1. Kaktus-Challange

Step 1: Schieflagen erkennen

Mache dir bewusst, wie viel Zeit du am Tag wirklich für die Dinge aufwendest, die dir gut tun oder die dir Spaß machen. Das kann Zeit für Sport oder Entspannung sein, aber auch einfach, um ein gutes Buch zu lesen, einem Hobby nachzugehen oder – und ja, es klingt verrückt – um schlicht und einfach gar nichts zu tun.

Lasse hierzu einfach mal die letzten Tage oder die letzte Woche Revue passieren und überschlage grob, wie viel Zeit du im Schnitt für dich selbst hattest. Wahrscheinlich ahnst du es schon: Es könnte sein, dass hier ein deutliches Ungleichgewicht herrscht.

Step 2: Kaktus-Zeit Schaffen

Sollte sich bei deiner Analyse eine Schieflage herausstellen, schlage ich dir Folgendes vor: Nehme dir einfach mal die kommende Woche vor und überprüfe, wo es täglich Zeiträume gibt, die du für dich reservieren kannst. Genauso, wie du es auch mit einem Termin machen würdest.

Das kann 1 Stunde am Feierabend sein, die du für deine Lieblingsaktivitäten frei hälst. Das können aber auch mehrere Mini-Einheiten am Tag sein, in denen du dir kleine Atempausen verschaffst, z. B. morgens nach dem Aufstehen in Ruhe Frühstücken oder 10 Minuten Yoga machen, ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause oder eine Entspannungs-Einhheit vor dem Schlafengehen.

Egal, was du draus machst: Das ist ab sofort deine „Kaktus-Zeit“, also besser gesagt deine Kaktus-Pflege-Zeit, wenn du so willst. Denn im Moment benötigt dein kleiner Kaktus vor allem eins: Viel Aufmerksamkeit und das Gefühl, dass du dich um ihn kümmerst. Das Tolle daran ist: Du darfst in dieser Zeit einfach alles machen, was du willst! Hauptsache, es macht dir Freude und gibt dir ein gutes Gefühl!

Step 3: Rede über dein Vorhaben

Je nachdem, wie groß sich diese neuen Gewohnheiten auf deinen Alltag auswirken, macht es sicherlich Sinn, auch dein näheres Umfeld in deine Pläne einzuweihen. Es ist wichtig, dass auch deine Mitmenschen verstehen, dass du diese Zeit wirklich benötigst. Nicht, weil du plötzlich auf einem Egotrip bist, sondern weil es deiner Gesundheit dient.

Die Kommunikation nach Außen ist für dieses Vorhaben auch deshalb so wichtig, weil dann auch keine Ausreden mehr gelten. Wenn du deine „Kaktus-Zeit“ als festen Termin verstehst, dann nimmst du ihn auch als solchen wahr. Also los geht’s!

Lektion 1 – Geschafft!

Step 4: Neue Gewohnheiten schaffen

Hurra, du hast deine erste Kaktus-Challenge gemeistert! Wie fühlst du dich damit? Schaue noch einmal kurz auf die vergangene Woche zurück und überlege, wie du dein Leben ab sofort dauerhaft nach diesem Prinzip gestalten kannst. Dabei gilt immer: Alles kann, nichts muss!

Es ist nicht schlimm, wenn es nicht immer klappt. Vielleicht merkst du auch, dass du deinen Zeitplan immer wieder optimieren oder nachbessern musst, damit er zu deinem Alltag passt.

Das langfristige Ziel ist letztendlich, dass diese kleinen Alltagspausen zur Gewohnheit und damit irgendwann ganz selbstverständlich für dich werden. Deshalb erfordert es anfangs auch etwas Planung, wenn du es nicht gewohnt bist, diese Zeiten bewusst für dich zu nehmen. Aber mit ein bisschen Übung wird es bald leichter, versprochen!

War dieser Beitrag hilfreich für dich? Welche Erfahrungen hast du mit der ersten Challenge gemacht? Wie gehst du mit diesem Thema im Alltag um? Möchtest du noch mehr dazu erfahren? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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