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Was bringt mir ein Kopfschmerztagebuch?
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Was bringt mir ein Kopfschmerztagebuch?

Kopfschmerztagebuch Migraene

Ein Kopfschmerztagebuch kann dich dabei unterstützen deine Kopfschmerzen besser zu verstehen und, um langfristig besser mit ihnen umgehen zu können. Was du beim Führen eines Kopfschmerztagebuchs beachten solltest, erfährst du hier.

Was ist ein Kopfschmerztagebuch?

Ähnlich wie der Kopfschmerzkalender dient das Kopfschmerztagebuch dazu, Informationen rund um deine Kopfschmerzen zu sammeln. Langfristig lernst du so, deine Kopfschmerzen einzuschätzen und deinen Alltag besser zu meistern. Wissen ist Macht, wie es so schön heißt!

Im Kopfschmerztagebuch dokumentierst du nicht nur die Informationen, die in direktem Zusammenhang mit deinen Schmerzen stehen. Mithilfe des Kopfschmerztagebuchs kannst du letztendlich deinen gesamten Lebensstil genauer unter die Lupe nehmen.

Die Informationen, die du hier sammelst, sind also um einiges detaillierter, als im Kopfschmerzkalender. Das Prinzip ist jedoch ähnlich. Das hört sich zunächst vielleicht etwas aufwendig an, ist aber wie bei so vielem eine Sache der Gewohnheit.

So führst du ein Kopfschmerztagebuch

Wichtig beim Führen eines Kopfschmerztagebuchs ist, dass du alle alle relevanten Faktoren festhältst, die deine Kopfschmerzen beeinflussen. Das können z. B. Angaben zu deinem Schlaf- und Essverhalten sein, dein allgemeines Wohlbefinden, dein Stresslevel und vieles mehr.

All diese Informationen manuell zu notieren und nachträglich auszuwerten, gestaltet sich jedoch auf lange Sicht hin schwierig. Ab einer gewissen Datenmenge verliert man doch schnell den Überblick.

Wenn du also ein richtiges Kopfschmerztagebuch führen möchtest, rate ich dir eher dazu, eine App zu verwenden. Der Vorteil: Eine App bietet viele Funktionen, die dir einen Großteil der Arbeit abnehmen.

Alles im blick mit der Migräne-App

Es gibt mittlerweile einige kostenlose Apps, die den klassischen Kopfschmerzkalender um viele interessante und nützliche Funktionen erweitern. Und die haben es in sich! So werden beispielsweise deine Schlafdauer und -qualität, deine sportliche Aktivitäten und sogar das tagesaktuelle Wetter in die Analyse integriert.

Besonderes praktisch ist natürlich die automatische Auswertung deiner Daten, die du auch exportieren und als Zusammenfassung zum Arztgespräch mitnehmen kannst. Wenn du deinen Kopfschmerzen also genauer auf den Grund gehen möchtest, lohnt es sich, die Migräne-Apps mal zu testen. Ich selbst habe bislang drei von ihnen genutzt, die ich dir hier kurz vorstellen werde:

Die App der Schmerzklinik Kiel

Die App der Schmerzklinik Kiel war die erste Migräne-App, die ich jemals benutzt habe. Sie erfüllt im Wesentlichen die grundlegenden Funktionen des klassischen Kopfschmerzkalenders.

Ihr Vorteil: Sie beschränkt sich lediglich auf einige wenige Zusatzfunktionen. Dazu gehören z. B. die automatische Angabe des Wetters. Was ich besonders nützlich finde: Du kannst bei jedem Eintrag angeben, wie stark du aufgrund deiner Schmerzen im Alltag eingeschränkt warst. Das ist besonders dann relevant, wenn ein normaler Alltag wegen Kopfschmerzen und Migräne eigentlich nicht mehr möglich ist. Das hilft dir beispielsweise dabei, wenn du ermitteln möchtest, wie hoch der Grad der Einschränkung durch Migräne ist und ob möglicherweise sogar ein Behinderungsgrad durch Migräne ermittelt werden sollte.

Ein weiterer Pluspunkt: Die App an das umfangreiche Migräne-Wissen der Schmerzklinik Kiel angebunden. Sie bietet auch noch weitere nützliche Tools z. B. Entspannungs-Programme und ein Kopfschmerz-Schnelltest.

Der Migraine Buddy

Diese App heißt übersetzt „Migränekumpel“. Sie arbeitet grundsätzlich mit etwas mehr Funktionen, als die der Schmerzklinik Kiel. Das hat mich neugierig gemacht und mich dazu veranlasst, zwischenzeitlich auf diese App umzusteigen, um sie zu testen.

Der Migraine Buddy gibt dir beispielsweise die Möglichkeit, Informationen zu deinen Kopfschmerzen differenzierter anzugeben, (z. B. ob sie an der rechte Schläfen oder am Hinterkopf auftreten). Das ist vor allem dann hilfreich, wenn du in der Unterscheidung der verschiedenen Kopfschmerzarten noch nicht so geübt bist.

Auch die Angabe der Uhrzeit bzw. des Zeitraums der Kopfschmerzen ist möglich. Das finde ich sehr nützlich, weil es auch bei der Prävention von Migräne hilfreich sein kann, zu wissen, wann die Schmerzen vermehrt auftreten und wie lange sie andauern.

Neben Medikamenten werden zusätzlich auch nicht-medikamentösen Maßnahmen abgefragt, die du ergreifst, um deine Schmerzen zu lindern (z. B. an die frische Luft gehen, Kaffee trinken). Du kannst außerdem Vorboten (z. B. Reizbarkeit, Aura, Kribbeln) sowie mögliche Auslöser (z. B. Alkoholkonsum, Veränderungen im Rhythmus) eintragen. Außerdem kannst du auch hier angeben, welche deiner alltäglichen Aktivitäten (Freizeit, Arbeit, Familie) durch die Schmerzen beeinträchtigt wurden.

M-sense

M-sense ist eine weitere interessante App, auf die ich erst kürzlich gestoßen bin. Nach einer kurzen App-Pause, habe ich mit M-sense einen erneuten Anlauf gewagt. Auch diese App bietet viele interessante Funktionen. Allen voran kannst du auch hier die unterschiedlichsten Faktoren angeben, die Einfluss auf deine Kopfschmerzen nehmen.

Dazu gehören Angaben zu Schlafdauer und -qualität. Du kannst dein Energie-, Stress- und Aktivitätslevel eintragen sowie deine Stimmung. Du angeben, wie viel Wasser, Koffein oder Alkohol du getrunken hast oder ob du eine Mahlzeit ausgelassen hast. Daneben wird abgefragt, ob du eine Entspannungs-Einheiten oder Sport gemacht hast. Ähnlich wie bei der App der Schmerzklinik Kiel werden auch hier zusätzlich Programme zu Übungen und zur Wissensvermittlung angeboten.

Die App M-sense bietet meiner Meinung nach von den drei hier vorgestellten Apps die meisten und umfangreichsten Funktionen. Die App gibt dir damit Möglichkeit, nicht nur deine Kopfschmerzen, sondern letztendlich deinen kompletten Lebensstil zu analysieren.

Tipp: Seit kurzem kannst du dir die M-sense App auch von deinem Arzt auch auf Rezept verschreiben lassen. Die Nutzung der App ist auch ohne Rezept für dich kostenlos. Um die digitalen Gesundheitsanwendungen der App nutzen zu können, benötigst du jedoch ein Rezept, um den Freischaltcode dafür zu erhalten. Wie das genau funktioniert, erfährst du hier.

Mein Fazit zu den Migräne-Apps

Ich empfand alle drei Apps als sehr intuitiv und einfach zu bedienen. Die App der Schmerzklinik Kiel halte dich dabei gerade für Einsteiger sehr nutzerfreundlich und übersichtlich.

Der Migraine Buddy und M-Sense bietet hingegen einige Zusatzfunktionen, von denen ich nach wie vor sehr begeistert bin. Aber wie so oft der Teufel im Detail. Das Eintragen der Daten dauert hier etwas länger, als bei der App der Schmerzklinik Kiel.

Deshalb fiel es mir bislang wohl oft schwer, bei der Nutzung der Apps wirklich langfristig und konsequent am Ball zu bleiben. Praktisch ist jedoch, dass man das Handy eigentlich immer dabei hat. So hat man auch von überall Zugriff auf die Daten und kann sie von jedem beliebigen Ort aus eintragen.

Kalender, Tagebuch oder App?

Ich selbst habe bislang alle drei Formen ausprobiert, um meine Kopfschmerzen zu dokumentieren. Zwischendurch habe ich immer mal wieder gewechselt, stets auf der Suche nach der „perfekten“ Lösung. Ich kann bis heute nicht abschließend sagen, welche Variante ich letztendlich am besten finde. Alle bieten ihre individuellen Vor- und Nachteile.

Mir persönlich helfen die Apps am besten dabei, die Kopfschmerzen besser zu verstehen und einzuordnen. Sie übernehmen die automatische Analyse und Auswertung der Daten liefern so wirklich interessante Einblicke.

Jedoch weiß ich aus Erfahrung, dass man das Eintragen in die App doch gerne mal schleifen lässt. Eben weil sie viel mehr Möglichkeiten bieten und das tägliche Eintragen auch entsprechend etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Durch fehlende Einträge wird die Dokumentation leider schnell lückenhaft und jede noch so tolle Analyse letztendlich wenig aussagekräftig.

Auch habe ich den Eindruck, dass viele Ärzte mit den Auswertungen der Apps oftmals nichts oder nur wenig anfangen können. Durch die vielen zusätzlichen Parameter wird die Auswertung der Einträge schnell unübersichtlich. Für den behandelnden Arzt ist eine kurze monatliche Übersicht, bei der man alles auf einen Blick hat, meist hilfreicher. Hierfür ist der Kopfschmerzkalender nach meiner Erfahrung oft das passendere Mittel zum Zweck.

 

Mein Fazit

Ich empfehle dir, einfach auszuprobieren, ob dir ein Kopfschmerztagebuch dabei hilft, deine Kopfschmerzen langfristig besser einzuschätzen. Gerade, wenn du noch relativ wenig über die Zusammenhänge weißt, wann, wo und warum deine Kopfschmerzen auftreten, lohnt es sich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen.

Wenn du nach einiger Zeit ein besseres Gespür für deine Kopfschmerzen bekommen hast, kannst du auch auf einen Kopfschmerzkalender umzusteigen. Das spart Zeit und ermöglicht dir dennoch, den Überblick zu behalten. Hauptsache, du bleibst langfristig am Ball. Wie ausführlich du das gestalten willst, bleibt dir überlassen.

War dieser Beitrag hilfreich für dich? Welche Art von Kopfschmerzkalender oder Migränetagebuch nutzt du am liebsten? Wie stehst du grundsätzlich dazu? Hilft dir das Dokumentieren deiner Kopfschmerzen oder bist du mittlerweile davon abgekommen, weil du keinen Nutzen daraus ziehen kannst? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Ich freue mich!

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